Peter's WM-Blog
Montag, 28. Juni 2010, 14:36 Uhr
Falls noch irgendwelche Fragen offen sind, hier der Beweis. Der Schiedsrichter hatte doch recht! Der Ball war ganz klar NICHT drin!
Des Weiteren wurde hier sogar die Abschiedsreise der Engländer verfilmt. Die Premiere des Dramas habt ihr sicherlich auch am Sonntag live vor den Bildschirmen verfolgt?!

Mo., 28.06.2010 - Die Rache für Wembley heißt Bloemfontein
Montag, 28. Juni 2010, 13:58 Uhr
Wie schön kann Fußball sein. In einem sensationellen Spiel haben wir die Engländer nach Hause geschickt. Ein 4-1 beantwortet alle Fragen. Jetzt ist alles drin!
Gegen 13 Uhr sind wir mit dem Auto nach Kapstadt gefahren und haben unseren Flitzer nahe der Waterfront geparkt. Schon hier waren sehr viele England- und Deutschland-Fans zu sehen. Das deutsche Übergewicht sollte dieses mal allerdings nicht so deutlich wie gewohnt ausfallen. Von der Waterfront aus sind wir über den Fan Walk Richtung Fan Fest gepilgert. Vorbei gings an der riesigen Vuvuzela, die auf einer plötzlich endenden Brücke platziert ist. Auf einer Anzeigentafel wird hier die Anzahl der bisher geschossenen WM-Tore angezeigt. (Zur Info: In Kapstadt findet man einige Brücken, die nie fertig gestellt wurden. Vor etwa 10 Jahren ist das Geld ausgegangen und dann hat man sich eben spontan entschieden das Bauprojekt einzustellen.)
Der 2km lange Fan Walk erstreckt sich von der Waterfront, vorbei an der Long Street bis zum Grand Parade quer durch die Innenstadt, wo er im Fan Fest endet. Etwa 20.000 Zuschauer können hier alle 64 Spiele der Fußball Weltmeisterschaft vor einer traumhaften Kulisse genießen. Der Grand Parade ist einer der geschichtsträchtigsten Plätze Südafrikas. Hier sprach im Februar 1990 Nelson Mandela nach seiner Freilassung nach 27 Jahren auf der Gefängnisinsel Robben Island zum ersten Mal als freier Mann zum Volke Südafrikas. Hinter dem Rathaus erhebt sich majestätisch der Tafelberg.
Auch beim Fan Fest stimmt die Organisation. Unzählige freiwillige Helfer betreuen die Zuschauer. Ein umfangreiches Rahmenprogramm verkürzt die Wartezeit auf das Spiel. Auch die Getränkepreise sind angemessen - 0.5L Bier kosten R18 (~1,80Euro)! Nach und nach füllt sich der Platz und die Nervosität steigt wieder. Auch viele Engländer warten auf den lang ersehnten Anpfiff.
Wie das Ganze ausging weiß ja sicherlich jeder. Beim 2-0 gabs die erste Bierdusche, welche nicht die letzte für diesen Abend sein sollte. England erhöht den Druck und erzielt den Anschlusstreffer. Danach noch die Rache für Wembley und wir retten uns in die Halbzeit.
Nach der Halbzeit kam das 3-1 und das 4-1 und die Party ging jetzt erst richtig los. Die Stimmung war sehr friedlich und es gab keine Auseinandersetzungen. Schnell sind wir nach Abpfiff in die Ticket-Verhandlungen für das Viertelfinale eingestiegen. Allerdings war keiner der Engländer bereit uns seine Karten zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Und somit müssen wir weiter suchen!
Nach dem Abpfiff waren Fotos mit uns deutschen Fans sehr begehrt. Besonders die Südafrikaner waren von unserer Feierlaune sehr angetan und so wurde fröhlich nach und nach fürs Familienalbum ein Foto nach dem anderen geknipst. Auch die Presse hielt kräftig drauf. Wir wurden gefeiert als hätten wir selbst gespielt.
Den Abschluss machten wir in einem Pub auf der Long Street. Danach gings mit einem Taxi zurück zur Waterfront (laufen kann gefährlich sein) und von da aus nach Hause.
Auf die Arbeit gings dann heute etwas später - um 8 Uhr hat eh niemand mit uns gerechnet.
Und wenn einer ne Idee hat, wo wir jetzt Tickets fürs Viertelfinale her bekommen, dann lasst es mich wissen!
Sa., 26.06.2010 - Vorschau und Lückenfüller
Samstag, 26. Juni 2010, 15:54 Uhr
Leider gibt es heute nicht viel zu berichten. Heute morgen mussten wir arbeiten und jetzt geht es auf Geburtstag!
Morgen werden wir das Achtelfinale auf dem Fanfest in Kapstadt schauen. Bilder und Bericht gibts dann am Montag.
Euch allen viel Spaß bei der VfL Sommernacht und noch ein schönes Wochenende.
Morgen heißt es wieder Daumen drücken!
Green Point Stadium - Cape Town - 66.000 Zuschauer
Mbombela Stadium - Nelspruit - 43.000 Zuschauer
Nelson Mandela Bay Stadium - Port Elizabeth/Nelson Mandela Bay - 46.000 Zuschauer
Fr., 25.06.2010 - Lob für gelungene Organisation
Freitag, 25. Juni 2010, 10:11 Uhr
Vor vier Jahren hat niemand daran geglaubt, dass ein Land wie Südafrika in der Lage ist eine Weltmeisterschaft zu stemmen. Schlechte Infrastruktur, korrupter Polizeiapparat, viel zu kleine Stadien, hohe Kriminalitäts-, Aids- und Arbeitslosenrate.
Heute allerdings kann man (fast) nur schwärmen. Was hier alleine in den letzten drei Monaten geleistet wurde ist aller Ehren wert. Bis kurz vor Turnierbeginn wurde überall gebaut, das Stadion erst vor Kurzem eingeweiht.
Die Innenstädte sind absolut sicher. Überall sind Polizisten und freiwillige Helfer, die den Fans sehr freundlich und aufmerksam den Weg weisen. In Deutschland könnte man sich hier eine Scheibe abschneiden. Die Stadien gehören zu den schönsten der Welt, öffentliche Verkehrsmittel können genutzt werden (dies war und ist nicht immer so!). Streikende Ordner wurden kurzerhand durch Polizisten ersetzt, die Einen beim Betreten des Stadions sehr freundlich mit einem selbstverständlichen "How are you?" begrüßen. Auf unerwartete Ereignisse reagiert man souverän. Die Infrastruktur funktioniert, alles läuft reibungslos. Die Organisation stimmt! Großes Lob an den Gastgeber.
Fr., 25.06.2010 - Italien raus - Holland weiter
Freitag, 25. Juni 2010, 09:33 Uhr
Wie bereits schon vor dem gestrigen Spieltag feststand, steht Holland im Achtelfinale. Nach einer nicht ganz so überzeugenden Leistung, dennoch haben sie gegen Kamerun 2-1 gewonnen, ziehen sie als Gruppenerster in die Runde der letzten 16 ein.
Das Spiel haben wir live im Stadion verfolgt. Von der Kulisse waren wir schwer beeindruckt. Das Green Point Stadium in Kapstadt gehört sicherlich zu den schönsten Stadien der Welt. Auf den Rängen kann man das Meer riechen, vorm Stadion beeindruckt der beleuchtetet Tafelberg die Fans und die streikende holländische Müllabfuhr (so sahen für mich die Hollandfans aus) lässt das Stadion orange leuchten. Nur wenige Kamerunfans sind im Stadion, die Stimmung ist fröhlich und die Holländer überzeugen mit den ausgefallendsten Outfits der WM. Alles verläuft freidlich und die Organisation ist perfekt!






Das erste Mal konnten wir ein Spiel entspannt im Stadion verfolgen. Das Resultat war uns egal, wir wollten nur ein schönes Fußballspiel sehen und die Stimmung genießen. Und das haben wir gestern getan!
Do., 24.06.2010 - Holland - Kamerun
Donnerstag, 24. Juni 2010, 14:00 Uhr
In 2 Stunden gehts wieder los!

Mi., 24.06.2010 - Auch die Holländer kommen!
Donnerstag, 24. Juni 2010, 09:54 Uhr
Kleine Zwischeninfo:
Gestern ist der Holland-Convoy in Kapstadt angekommen. 175 Wohnwagen, Trucks, Busse und Cheeps sind extra für die Weltmeisterschaft quer über den Kontinent nach Südafrika gereist. Hier fahren sie dann von Holland-Spiel zu Holland-Spiel und wenn sie nicht aufpassen fahren sie nächste Woche schon wieder nach Hause. "Hyp, hyp Holland!"



Mi., 24.06.2010 - Achtelfinale, wir kommen!
Donnerstag, 24. Juni 2010, 09:24 Uhr
Auch wenn es knapp war, wir stehn im Achtelfinale. Aber der Reihe nach!
Um 17 Uhr laufen wir im Paulaner Bierzelt ein und der Laden ist bereits ziemlich voll. Einige Hollandfans stimmen sich auf das heutige (Donnerstag) letzte Gruppenspiel gegen Kamerun ein und auch einige Engländer schauen sich das Spiel gegen Slowenien an. Alle Tische sind besetzt, wir stehen an der Bar. Direkt nach dem Abpfiff des ersten Spiels geht das Gerangel um die freiwerdenden Plätze los, wir gewinnen. Idealer Platz in der Mitte, nah am Ausgang, es kann losgehen. Einziger Nachteil, ein Engländer und ein Ire bleiben sitzen. Es ist der typische Musterengländer: Stämmige Figur, rote Rübe, schicke Kurzhaarfrisur, Englandtrikot und auch der Rausch ist zu riechen und zu hören. Wir machen dennoch ein Foto - wie sich später herausstellt, es ist unser Achtelfinalgegener. Noch vor Anpfiff geben sie zum Glück die Plätze frei.
Die Nervosität steigt bei allen. Nur wenige Fangesänge, alle bleiben sitzen. Wird die Sicht versperrt, kommt ein für Südafrika untypisches, unfreundliches: "Hau ab!" Aber man kann es den Fans verzeihen.
Das Spiel hat sicherlich jeder selber gesehen und auf meine detailierte Spielanalyse kann an dieser Stelle verzichtet werden. Beim Özil-Knaller entlädt sich die Anspannung schlagartig. Dann die SMS aus Deutschland: Australien führt 1-0. Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen und alles wird gut!
Deutschland steht im Achtelfinale und nun muss England dran glauben!



Bei uns laufen die Vorbereitungen allerdings schon für das Viertelfinale. Hier könnte Deutschland bei einem Sieg über England in Kapstadt auf Argentinien treffen. Wir wollen unser Glück erneut versuchen und beweisen, dass es bei der Serbien-Niederlage nicht an uns gelegen hat. Erste Verhandlungen für Tickets laufen - noch stellen sich die Kollegen stur!












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